Bezirksapostel zu Besuch in Bratislava
(26.06.2011) Bratislava. Lange schon hatte sich die Gemeinde Bratislava auf den Besuch des Bezirksapostels gefreut. Am letzten Wochenende im Juni war es nun soweit. Zum Festgottesdienst am Sonntag, 26. Juni 2011 in der Kirche Bratislava waren auch die Gemeinden Komárno, Poprad und Košice eingeladen.
Bereits am Samstag begannen die Vorbereitungen. Die Kirche wurde geputzt, Kuchen wurde gebacken, Lebensmittel wurden eingekauft, Instrumentalisten und Sänger – sie waren aus Dresden angereist – probten für ihre Vorträge.
Am frühen Abend trafen sich die Amtsträger mit dem Bezirksapostel in der Kirche zu einer Ämterstunde. Anschließend unternahm der Bezirksapostel mit einigen Amtsträgern und deren Frauen eine Stadtbesichtigung und aß dann mit ihnen zu Abend. Die restliche Reisegruppe traf sich auf einem Schiff zum gemeinsamen Abendessen. Danach ging es zurück zur Kirche und man ließ den Abend im gemütlichen, entspannten und freudigen Beisammensein ausklingen.
Am Sonntagmorgen hieß es zeitig aufstehen, damit für Frühstück und alle notwendigen Vorbereitungen genügend Zeit war. Für das vorgesehene Zusammensein nach dem Gottesdienst mussten Tische und Bänke aus dem Keller geholt werden, Kaffee gekocht und ein Imbiss zubereitet werden.
Vor dem Gottesdienst spielten die Instrumente aus dem Frauenchorheft die Lieder
„Es ist ein Born“, „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ und „Ach komm, füll unsre Seelen ganz“. Der Männerchor sang aus der Männerchormappe „Náš Pán je náš Pastier“ (Der Herr ist mein Hirte).
Zu Beginn des Gottesdienstes sang die Gemeinde das Lied „Vzácna to a veľka rados“ (Welch ein Freund ist unser Jesus).
Als Bibelwort legte der Bezirksapostel dem Gottesdienst Johannes 15, 13.14 zugrunde:
„Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut was ich euch gebiete.“
Danach sang der Chor „Poďte ku mne“ (Kommet her) aus der Chormappe.
In seinem Dienen ging der Bezirksapostel zunächst auf den Text des Chorliedes ein, der der Bibelstelle Matthäus 11, 28-30 entnommen ist, und unterstrich die Worte Jesu: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“
Mit Blick auf das Bibelwort sprach er dann von Abraham und Mose, von Lazarus und Martha. Abraham und auch Mose stellten ihren Willen unter den Willen Gottes. Von Lazarus sagte Jesus, obwohl er einen 3-Tages-Marsch entfernt war: „Mein Freund Lazarus ist gestorben.“ Und zu Martha sagte Jesus: „Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen.“
Dann beleuchtete der Bezirksapostel den Begriff „Liebe“. Sie ist für das Auge unsichtbar. Er zeichnete das Bild von einem Weinstock. Man sieht von außen die Blätter und Trauben, den Stamm, die Äste. Was im Inneren geschieht, das Fließen des Lebenssaftes, ist nicht zu sehen. Aber auf dieses Fließen kommt es an, es ist lebensnotwendig.
Weiter sprach der Bezirksapostel von der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind. Die Mutter liebt das Kind schon vor der Geburt, bevor sie es überhaupt kennt. Sie setzt aus Liebe ihr Leben ein, um dem Kind das Leben zu schenken.
Ein Bruder hatte dem Bezirksapostel berichtet, dass bei der Bombardierung Dresdens seine Mutter sich mit ihrem Körper über ihn geworfen habe, um ihn zu schützen.
Dann sprach der Bezirksapostel über Jesus, der zu uns sagt: „Ich bin dein Freund, ich liebe dich.“ Jesus kommt nicht als „Chef“ zu uns, der etwas befiehlt, er redet als Freund zu uns. Und er hat sein Leben für uns gelassen.
In seinem Dienen erwähnte der Bezirksapostel auch eine kleine Geschichte:
„Ein Asiate und ein Europäer unterhalten sich. Der Asiate sagt: Wenn ihr abends ins Bett geht, seid ihr in Gedanken schon beim Aufstehen. Wenn ihr aufsteht, seid ihr mit den Gedanken schon beim Frühstück. Wenn ihr dann frühstückt, seid ihr mit den Gedanken schon bei der Arbeit. Wenn ihr bei der Arbeit seid, seid ihr mit den Gedanken schon beim Feierabend.“
Die Geschichte lehrt, dass es wichtig ist, den Augenblick zu genießen.
Nach dem Dienen des Bezirksapostels erklang das Orgelstück „Mache dich, mein Geist bereit“.
Danach diente der Priester Tokarcik aus Poprád auf Slowakisch mit. Anschließend bemerkte der Bezirksapostel: „Ich hab zwar nicht verstanden, was der Priester gesagt hat, aber ich glaube es.“
Nun sang der Chor das Lied „Boh náš je láska“ (Gott ist die Liebe) und anschließend diente Bischof Matthes noch mit.
Zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl sang die Gemeinde aus dem Lied „Ježiš spása, mojej duše“ (Jesus, Heiland meiner Seele) die 3. und 4. Strophe.
Das „Otče náš“ (Unser Vater) wurde gemeinsam auf Slowakisch gebetet.
Zur Freude der Gemeinde folgte nun die Versieglung eines Kindes.
Anschließend wurde Heiliges Abendmahl gefeiert und die Gemeinde sang dazu „Mne dostalo zmiluvanie“ (Mir ist Erbarmung widerfahren). Danach leitete der Männerchor mit dem Lied „Komm zu dem Lebensquell“ über zum Heiligen Abendmahl für die Entschlafenen. Anschließend erklang durch Orgel, Violine und Bratsche das Lied „Wo keine Wolke mehr sich türmt“.
Nach dem Schlussgebet sang der Chor begleitet durch die Orgel das Lied „Die Himmel rühmen“.
Zum Schluss dankte der Bezirksapostel allen, die den Gottesdienst mitgestaltet hatten, und lud zum anschließenden Beisammensein ein. Im Erdgeschoss und im Keller standen Speisen und Getränke bereit und es gab viel Gelegenheit zu Gesprächen.
Doch irgendwann wurde es Zeit zum Aufbruch. Man verabschiedete sich voneinander und trat die Heimreise an. Ein segensreiches Wochenende mit viel Sonne, fröhlichen Menschen, einem unvergesslichen Gottesdienst, anregenden Gesprächen und durchgehend positiver Atmosphäre ging zu Ende.
B. J.


















